Haben Sie manchmal Lust auf ein wenig Kunst? Ein wenig in dem Sinne, dass Ihnen nur ein kleines Zeitfenster zur Verfügung steht, das Sie sinnvoll nutzen möchten? Dann gehen Sie häufiger mal im Haus der Kunst vorbei. Dort gibt es immer wieder so genannte Kapsel Ausstellungen, die einen inspirieren, aber nicht überfordern. Eben auch nicht zeitlich.

Aktuell sehenswert ist die Ausstellung „Innenleben“, welche Arbeiten von vier Künstlerinnen vereint, nämlich von Njideka Akunyili Crosby, Leonor Antunes, Henrike Naumann und Adriana Varejão. Alle drei namhafte und glücklicherweise auch international visible Künstlerinnen, dennoch möchten wir die Arbeiten Njideka Akunyili Crosbys besonders hervorheben. Die beiden Säle, die durch ihre großformatigen und farblich fein austarierten Malereien ein eigenes Innenleben entwickeln, ziehen ihre Besucher/innen förmlich ihre Lebens- und Gedankenwelt hinein. Was nicht das Schlechteste ist, zieht einen doch schon die der Bilder Ästhetik magisch an. Crosby nutzt zudem ein subtiles Druckverfahren auf den Oberflächen der dargestellten Interieurs, um diese über die reine Form hinaus mit gesellschaftspolitischen und historischen Informationen aufzuladen.

Wer aus Zeitmangel nur zügig durch die beiden Räume streift, erlebt einen Energiekick, ist zum weiteren Nachdenken (bei nächster Gelegenheit) angeregt und im Idealfall so inspiriert, dass das nächste größere Zeitfenster für den Rest der Ausstellung reserviert wird.