Keith Haring - Gegen den Strich


12.05.2015, Alter: 3 Jahr(e)
Von: Nina Zöpnek

Dies ist doch keine Kunst (?) Ausstellung in der Kunsthalle München

Gegen den Strich, Keith Haring

Keith Haring – ein Name den die Mehrheit zumindest schon einmal vernommen hat. Doch selbst wenn der Name entfallen ist, seine farbenfrohen Figuren in Comic-ähnlichem Charakter sind wohl jedem ein Begriff. Sie sind auf Hausmauern, T-shirts, in Büchern und U-Bahn Stationen zu finden, hellen unseren Alltag auf und heben die Laune im Vorbeigehen.

Doch was steckt hinter diesem Namen, der seine Kunst so freizügig mit uns teilte?

Ein Künstler, aufgewachsen in Pennsylvania, fasziniert von der New Yorker Graffiti-Bewegung, die ihn dazu veranlasste, seine Heimatstadt für die pulsierende Metropole zu verlassen. Ein Freigeist mit unermüdlicher Schöpfungskraft, der seine Werke auf abgedeckten Werbetafeln der New Yorker U-Bahn Stationen der gesamten Öffentlichkeit zugänglich machte und trotz – oder gerade aufgrund der Illegalität dieser Aktionen – großen Bekanntheitsgrad erreichte. Ein Weißer, der sich seinen Vorfahren nicht zugehörig fühlte und in der homophoben Gesellschaft der 1970er und 1980er Jahre für seine Rechte als Homosexueller kämpfen musste.

Seine Kunst ist daher nicht so seicht, wie sie auf den ersten Blick scheinen möchte. Tatsächlich vertrat Keith Haring eine von Andy Warhol völlig gegensätzliche Herangehensweise: Er wollte nicht alltägliche Objekte in Kunst verwandeln, sondern kritische Kunst zu einem Bestandteil unseres Alltags werden lassen.

Ja, kritische Kunst. Hinter der scheinbar farbenfreudigen Unbeschwertheit seiner Werke stecken tiefe Gedankengänge und das Engagement für die Gleichberechtigung Farbiger, die Gleichberechtigung Homosexueller und die Anerkennung HIV-infizierter Personen in der Gesellschaft.

Als Keith Haring im Jahr 1990 an den Folgen seiner eigenen AIDS Erkrankung starb, hinterließ er ein Werk, das über die gesamte Welt verstreut ist, auf Hauswänden, in Museen, auf Postern und T-shirts.

Ein Teil davon hängt nun in der Kunsthalle München, die sich zwar bemüht, auch die Hintergründe der Kunst Harings zu beleuchten, dies aber mit Sicherheit noch besser hinbekommen hätte. Zusammenhänge werden angeschnitten, doch der Hunger nach tiefergehender Information wird nicht gestillt.

Keith Haring – Gegen den Strich in der Kunsthalle München, 1. Mai bis 30. August

 

Nina Zöpnek 12. Mai 2015